Das Jahr der Lebenswissenschaften - Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Lebenswissenschaften mit Kaffee und Buch
Lebenswissenschaften mit Kaffee und Buch
Biowissenschaften (von griechisch: bios = Leben) auch Lebenswissenschaften oder englisch "Life Sciences" genannt sind Forschungsrichtungen, die sich mit Abläufen oder Strukturen innerhalb von Lebewesen - insbesondere dem menschlichen Individuum - beschäftigen oder an denen Lebewesen (partiell) beteiligt sind. Es handelt sich um einen vielfach anwendungs- und marktorientierten interdisziplinären Forschungszweig.

Die Palette der Lebenswissenschaften reicht von der Evolutionsbiologie über die Genforschung bis zur Bionik. Pharmazie, Molekularbiologie, Biophysik und -informatik, Humanbiologie aber auch Agrartechnologie, Ernährungswissenschaften und Lebensmittelforschung bis hin zu Umweltmanagement und -technik sowie Biodiversitätsforschung zählen zu ihren Kernbereichen. Die Branche ist also nicht umsonst einer der größten Wachstumsmärkte weltweit angesichts der vielfachen globalen Herausforderungen der Zukunft (Bekämpfung von Volkskrankheiten, Sicherstellung der Welternährung angesichts zunehmender Ressourcenknappheit, Verantwortung ggü. dem menschlichen Leben von Anfang an, ...). Die Forschungen und Entwicklungen in den modernen Lebenswissenschaften werfen dabei auch zahlreiche ethische, rechtliche und soziale Fragen auf. Zunehmender Erkenntnisgewinn bedeutet ein Plus an Verantwortung.

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Ziel der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist der Dialog mit der breiten nationalen Öffentlichkeit; "Forschung zum Anfassen" sozusagen. Wissenschaftliche Forschung, vor allem aber auch die konsequente Anwendung der Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung bestimmt und beeinflusst immer mehr unseren Alltag.

Wachsende Komplexität und wachsende praktische Bedeutung führen jedoch zu immensen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen. Darum erfordert es ein Mehr an Transparenz der Lebenswissenschaften, einen Platz "mitten im Leben" für exzellenten Wissenschaftsjournalismus sowie einen kontinuierlichen Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Natur- und Geisteswissenschaften (z.B. Philosophie) und die Installation und Nutzung von Enquete-Kommissionen im Parlament zur verantwortungsvollen Technikfolgenabschätzung.

Die Freiheit von Wissenschaft
Die Freiheit von Wissenschaft und Forschung ist schließlich den grundlegenden Werten der Verfassung, die uns zudem als ganze Gesellschaft betreffen, verpflichtet. In Formaten der Information und Diskussion, die auf die weite Zielgruppe angepasst sind, werden durch die Initiative politisch und gesellschaftlich relevante und kontrovers diskutierte Themen in die breite Öffentlichkeit gebracht. Die Information über neue Forschungszweige wie synthetische Biologie ebenso wie die Aufklärung über Tierversuche in der biomedizinischen Forschung. Hierzu gehört ebenfalls die konstruktiv-kritische Begleitung politischer Entscheidungsprozesse. Das BMBF unterhält bereits seit dem Jahre 1998 einen eigenen Förderfokus zu den zahlreichen ethisch-moralischen, juristischen und gesellschaftlichen Facetten der lebendigen Lebenswissenschaften (ELSA).

Daher ist es nur folgerichtig, dass die damalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, zusammen mit den großen Forschungseinrichtungen in Deutschland im Rahmen der bundesweiten Initiative "Wissenschaft im Dialog" 2001 zum Jahr der Lebenswissenschaften ausrief; die zentralen Veranstaltungen präsentierten wissenschaftliche WOWs in offener, für den Laien verständlicher und vielfältiger Art und Weise. Die Naturwissenschaften spielen im Rahmen des Wissenschaftsdialogs eine wichtige Rolle, damit die Qualität der dortigen Forschung in der Bundesrepublik Deutschland erfahrbar wird und ihre Bedeutung für Innovation, technologischen Fotschritt und den gesamten Arbeitsmarkt deutlich gemacht werden.

This article was updated on 26/10/2017